Petition an den LT

Unsere Petition an den Sächsischen Landtag

Noch bis zum 27.11.2017 kann unsere Petition gezeichnet werden. Am 14.12.2017 wird die Petition um 15:00 Uhr im Sächsischen Landtag an Herrn Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler und an die Vorsitzende des Petitionsausschusses, Frau Kerstin Lauterbach, übergeben.

Hier der Link zur Petition:

https://www.openpetition.eu/petition/online/rotwild-im-erzgebirge-braucht-deine-hilfe

unterschriftenliste-zum-ausdrucken

Folgende Punkte sind Inhalt der aktuellen Petition:

Stimmt die Behördenstruktur nicht, muss sie geändert werden
Die Struktur der Jagdbehörden in Sachsen ist so zu ändern, dass die Untere Jagdbehörde der Landkreise für alle Jagdbezirke zuständig ist. Die Unteren Jagdbehörden haben bei Entscheidungen zur Wildbewirtschaftung Einvernehmen mit ihrem Jagdbeirat herzustellen. Die Obere Jagdbehörde wird bei der jeweiligen Landesdirektion angesiedelt.

Hegegemeinschaften ermöglichen großflächige Wildbewirtschaftung
Eine sinnvolle, großflächige und populationssteuernde Bewirtschaftung von Schalenwild kann nur durch Hegegemeinschaften gewährleistet werden. Daher muss für alle Jagdbezirke im Satzungsbereich einer Hegegemeinschaft eine Pflichtmitgliedschaft in dieser Hegegemeinschaft bestehen. Nur so kann vermieden werden, dass sich einzelne Jagdbezirke dem Anliegen der großräumigen Wildbewirtschaftung entziehen und eigene Ziele verfolgen. Hegegemeinschaften sind staatlich zu fördern und, da sie auch im öffentlichen Interesse arbeiten, finanziell zu unterstützen.

Erlegen von Wild nur mit gültigem Abschussplan
Um die grenzübergreifende Bewirtschaftung des Wildes nicht zu umgehen, dürfen Rot-, Muffel- und Damwild generell nur im Rahmen eines gültigen Abschussplanes erlegt werden. Über Abschusspläne für Rot-, Muffel- und Damwild ist mit der Hegegemeinschaft Einvernehmen herzustellen.

Wild soll sich seinen Lebensraum selbst suchen dürfen
Die Regelung, wonach 6 weibliche Stücke dieser Wildarten je Planungszeitraum ohne Abschussplan erlegt werden dürfen, ist zu streichen, da sie verhindert, dass sich das Wild selbst seinen Lebensraum suchen und so seinem natürlichen Wanderverhalten folgen kann.

Wildbiologische Grundlagen müssen Beachtung finden
Um den wildbiologischen Erfordernissen des Wildes Rechnung zu tragen, ist die Jagdzeit auf Schalenwild- außer Schwarzwild – bis zum 31.12. eines Jahres zu begrenzen.

Wildtiermanagementpläne sind Grundlage jagdlichen Handelns
Die Arbeit der Hegegemeinschaften muss auf Wildtiermanagementplänen fußen. Diese sind vom Freistaat Sachsen zu finanzieren. In den Wildtiermanagementplänen sind wissenschaftlich fundierte Aussagen zu Lebensraumausstattung und –Nutzung, Wildschäden und deren Ursachen, Raum-Zeitdynamik und Abundanzen bezogen auf die darin vorkommenden oder evtl. noch kommenden Wildarten zu treffen und daraus eigentumsübergreifende Jagdstrategien abzuleiten.

 

Petitionsbegründung:

Mit der Novelle des sächsischen Landesjagdgesetzes im Jahre 2012 sollten die Grundlagen für mehr Eigenverantwortung der jagdlichen Akteure in Sachsen gelegt werden. Außerdem rühmte man sich, die Hegegemeinschaften gestärkt zu haben. Im Nachgang ist zu bemerken, dass einzig die staatliche Jagd mit der damit verbundenen Selbstverwaltung  so aufgestellt wurde, dass keinerlei Einfluss von Außen mehr möglich ist. Wo man beispielsweise früher noch das Einvernehmen mit Verbänden, Hegegemeinschaften, Jagdbeiräten etc. vorsah, steht nun eine Benehmensregelung. Damit wurden diese Institutionen zahnlose Tiger, was sich vor allem bei der Abschussplanung maßgeblich auswirkt. Schlussendlich gibt es eine Behördenstruktur, die an der Gewaltenteilung und den aufsichtsrechtlichen Pflichten stark zweifeln lässt.

Hegegemeinschaften sind in ganz Deutschland gewünscht und werden teilweise mit Pflichtmitgliedschaft aller Jagdbezirke im Wirkungsbereich versehen, teils gar als Körperschaft öffentlichen Rechts installiert (je nach Bundesland). Dies verlangt von allen Beteiligten wissensbasierte, wild- und waldbiologische Arbeit und Kompromissfähigkeit.

Hegegemeinschaften sollen nicht nur Jagdausübungsberechtigte, sondern auch Grundeigentümer (Jagdgenossen) und z.B. Landnutzer wie Agrargenossenschaften als Mitglieder haben – so entsteht Konsens.

In Sachsen hingegen ist die Hegegemeinschaft ein freiwilliger Zusammenschluss ohne konkrete Rechtsnatur. Der Staatsbetreib Sachsenforst als Flächen- und Jagdverwalter agiert mit sehr fragwürdigen Praktiken. Sobald er keine Kompromisse in der Sache eingehen will, tritt er einfach aus Hegegemeinschaften aus. Empfehlungen von Hegegemeinschaften zu Wildbewirtschaftungs- und Hegestrategien sowie zu Abschussplänen großer Wildarten können somit immer wieder zerschlagen werden, teils werden sie auch einfach ignoriert. Man zieht sich dann immer wieder auf den Standpunkt „zu hohe Wildschäden“ zurück, welche jedoch durch unsachgemäße Bejagung (extremer Jagddruck) selbst verursacht werden. Gemeinschaftliche Lösungsvorschläge wurden bis dato negiert, verschleppt und zum Teil sogar verhindert.

Alle Jagdbezirke, die nicht dem Freistaat Sachsen gehören, sind Eigenjagdbezirke oder Gemeinschaftliche Jagdbezirke, welche durch die Jagdgenossenschaften organisiert werden. Sie bzw. die Jagdausübungsberechtigten haben als Aufsichts- und Kontrollorgan die Untere Jagdbehörde beim jeweiligen Landratsamt. Die Unteren Jagdbehörden in Sachsen, werden von der Oberen Jagdbehörde beaufsichtigt. Sie beaufsichtigt und beplant auch die Jagdbezirke des Freistaates, welche, wie oben erwähnt, vom Staatsbetreib Sachsenforst verwaltet werden. Hierbei kommt es jedoch zu einem einzigartigen Fauxpas, denn die Obere Jagdbehörde ist in Sachsen beim Staatsbetreib Sachsenforst selbst angesiedelt. Somit beaufsichtigt sich ein staatlicher Betreib selbst und konterkariert die Gewaltenteilung.

Darüber hinaus gibt es die „Oberste Jagdbehörde“ beim Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft in Dresden, die Aufsichtsbehörde des Staatsbetrieb Sachsenforst und der Oberen Jagdbehörde ist. Die dortigen Mitarbeiter wechseln traditionell und im Zuge von karrieredienlichen Beförderungen vom Sachsenforst zum Ministerium und zurück. Die Möglichkeit der Einflussnahme auf aufsichtsrelevante Sachverhalte besteht somit lediglich theoretisch.

Ein kritisches Hinterfragen des jagdlichen Tuns des Staatsbetriebes ist somit nicht gegeben. Genau hier setzt die Petition an und fordert eine Änderung der Behördenstruktur. Für Wildbewirtschaftung und Abschusspläne müssen das Wirken und die Empfehlungen der Hegegemeinschaften verbindlichen Einfluss haben. Eine „Benehmensherstellung“, die eine bloße Mitteilung des Sachverhalts darstellt, reicht in keiner Weise aus – nötig ist ein „Einvernehmen“. Nur dieses gewährleistet u.a. die fachlich richtige Sicht auf sowohl forstwirtschaftliche als auch wildbiologische Notwendigkeiten und schafft Kompromisse. Die Obere Jagdbehörde sollte bei den Landesdirektionen angesiedelt werden. Für die Wildbewirtschaftung sind die Hegegemeinschaften in Zusammenarbeit mit den Unteren Jagdbehörden die richtigen Instrumente in den Regionen.

Rotwild ist ursprünglich eine Wildart des Offenlandes, die durch die menschlichen Arbeits- und Freizeitaktivitäten zunehmend in den Wald gedrängt wurde und dort natürlich nicht schadenfrei lebt – je mehr Unruhe, desto mehr Schaden: gleichgültig wie hoch die Wildbestände sind, da es sich um rudelnde und wandernde Tiere handelt.

Wenn bei wandernden Wild mit hochinteressantem Raum-/Zeitverhalten ohne Rotwildmanagementplan  bis zu 6 Stück ohne Abschussplan abgeschossen werden dürfen, dann ist dieses Gesetz falsch und muss geändert werden

Um Energie zu sparen, stellt das Rotwild im Winter, d.h. um die Wintersonnenwende, genetisch bedingt den Stoffwechsel auf Sparflamme. Jegliche Beunruhigung bewirkt von da an ein kurzeitiges Hochfahren des Kreislaufs, was zu erhöhten Stoffumsätzen und enormen Energiebedarf führt. Um diese Verluste ausgleichen zu können, muss Energie zugeführt werden. Das Wild verbeißt und schält, verursacht also die berühmten Wildschäden. Wenn dann bis Ende Januar teils mit Drückjagden mit Hundeeinsatz auf das Wild Jagd gemacht wird, provoziert man also Wildschäden geradezu. Hinterher führt man dann der Bevölkerung die Jagd als Notwendigkeit der Wildschadensverhütung vor Augen. Ein Teufelskreis und Volksverdummung! Aus diesem Grund fordert die Petition eine Begrenzung der Jagdzeit auf den 31. Dezember.

 

 

 

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Gestern, am 09.11.2016, wurde über unsere erste Petition abschließend entschieden. Wie nicht anders von dieser Regierung zu erwarten, negativ!

An dieser Stelle herzlichen Dank für die Unterstützung all derer, die hier gegen das fragliche Handeln eines Staat im Staate kämpfen. Um es mit den Worten der Sächsischen SPD zu sagen, welche ja selbst mit regieren darf: „…Wenn man etwas verändern will, dann muss man erst einmal kritikfähig sein….“  Daran mangelt es der Sächsischen CDU und den ihr hörigen staatlichen Organisationen zweifelsohne. Daher haben wir Ihnen, neben den ohnehin hier veröffentlichten Informationen, nochmals einen kurzen chronologischen Überblick zur Situation zusammengestellt.

rotwild-erzgebirge-wenn-selbst-die-vernunft-nicht-mehr-zahlt

 

Über ein Jahr beschäfftigt sich nunmehr die Legislative mit unserem Anliegen artgerechter vorallem mit dem heimischen Rotwild umzugehen und dies besitztumsübergreifend in einem Wildtieranagemant zu manifestieren. Nachstehender Link gibt Ihnen eine Zwischeninformation aus dem Petitionsausschuss des Sächsischen Landtag zum derzeitigen Stand. ..Zwischenstand Petition

Ein WICHTIGER SCHRITT ist getan! Am 10. 06. 2015 übergaben 11 Delegierte, die 8075 Unterschriften umfassende Massenpetition an den Präsidenten des Sächsischen Landtags, Herrn Dr. Matthias Rößler (CDU) und Frau Kerstin Lauterbach (Die Linke), die Vorsitzende des Petitionsausschusses. Diese zeigten sich beeindruckt vom Interesse der Bevölkerung an dieser Thematik. Dr. Matthias Rößler äußerte Verständnis für das Thema Rotwild, ist er doch mit der Region stark verbunden. An dieser Stelle sei allen gedankt, die unsere Petition unterstützt haben.

Viele haben ihren Unterschriftenlisten Briefe beigelegt, in denen sie ihre Verbundenheit mit Wild und Natur zum Ausdruck bringen.

Sobald die Petition beschieden ist, werden wir an dieser Stelle über die Ergebnisse berichten.

Nachfolgend Bilder der Petitionsübergabe.

Die Delegation zur Petitionsübergabe (es fehlt der Vertreter des Landesjagdverbandes Sachsen e.V.)

Die Delegation zur Petitionsübergabe. von links Dr. Hendrik Gaitzsch (JV Freiberg), Andre Pöschel (Jägerschaft Westerzgebirge), Mathias Venus (Jagdverband Stollberg), Rolf Weigel (Jagdverband Annaberg), Karsten Bergner (Hegegemeinschaft Erzgebirge), Gert Neidhardt (Hegegemeinschaft Erzgebirge), Jürgen Börner (Jagdverband Marienberg), Ralf Bilz (Jagdverband Zschopau), Bernd Seifert (NABU-Kreisverband-Mittleres-Erzgebirge),es fehlt Kurt Reichel (Landesjagdverbandes Sachsen e.V.)

Es wurde offen, ehrlich und sachlich diskutiert und erläutert. Dr. Rößler war sehr interessiert.

Es wurde offen, ehrlich und sachlich diskutiert und erläutert. Dr. Rößler (CDU) war sehr interessiert.

über 8000 Unterschriften wiegen über vier Kilogramm. Davon überzeugten sich auch die Landagsabgeordneten v.l. Simone Lang (SPD), Kerstin Lauterbach (Die Linke) sowie Hannelore Dietzschold (CDU)

über 8000 Unterschriften wiegen über vier Kilogramm. Davon überzeugten sich auch die Landagsabgeordneten v.r. Simone Lang (SPD), Dr. Matthias Rößler (CDU), Kerstin Lauterbach (Die Linke) sowie Hannelore Dietzschold (CDU)

Karsten Bergner (Vorsitzender HG Erzgebirge) übergibt die Massenpetition an den Landtagdpräsidenten Dr. Matthias Rößler (CDU)

Die Hegegemeinschaft Erzgebirge im Gespräch mit Kurt Reichel vom Landesjagverband Sachsen e.V.

Die Hegegemeinschaft Erzgebirge im Gespräch mit Kurt Reichel vom Landesjagverband Sachsen e.V.

Nach der Übergabe blieb noch etwas Zeit für Gespräche.

Nach der Übergabe blieb noch etwas Zeit für Gespräche.

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